Band

Garda are

Kai Lehmann ~ Guitars, Vocals
Ronny Wunderwald ~ Drums, Percussions
Cornelia Mothes ~ Piano, Vocals
Frank Heim ~ Guitars, Pedal Steel
Lars Hiller ~ Guitars
Karsten Pretschner ~ Bass

Verstärkt durch:

Markus Altmann ~ Cello
Ludwig Bauer ~ Trompete und Mehr
Bernd Wunderwald ~ Trompete / Flügelhorn
Gunter Strehlau ~ Tenorhorn

A Heart Of A Pro

Auf die Frage, mit welchem Tier er dieses Album vergleichen würde, nennt Kai Lehmann, Sänger und Songschreiber von Garda, den Gorilla und begründet die Entscheidung in knappen Worten: „erhaben“, „traurig“ und „gejagt“. Tatsächlich fällt es nicht leicht, treffendere Worte für A Heart Of A Pro zu finden, das zweite Album der Dresdner Band Garda, die man nun nur noch entfernt mit dem musikalischen Label Indiefolk belegen kann.

Allzu leicht hat es sich aber bislang auch noch keiner der Beteiligten gemacht mit diesem Album. Schon vor zwei Jahren verbrachte Lehmann einige Wochen in einer kargen Hütte in den Alpen mit dem festen Vorsatz, die Lieder für ein neues Album fertigzustellen. Noch vor der ersten gemeinsamen Probe, hatte er alle bis auf eines wieder verworfen. Aus dem losen Kollektiv Garda war zu diesem Zeitpunkt nach zahllosen Konzerten zum Debütalbum „Die, Technique, Die!“ eine feste Band geworden. Keiner hatte Lust, das erste Album zu replizieren. Entsprechend intensiv wurde deshalb nach einer neuen und unverbrauchten klanglichen Ästhetik gesucht. Auch den für heutige Verhältnisse langen Studioaufenthalt von sechs Monaten merkt man den zehn Stücken deutlich an.

Die Lieder erheben sich aus einem Folk-Kontext, werden zu komplexen Gebilden, dicht gewoben und majestätisch, die sich scheinbar spielend durch musikalische Genres bewegen.

Balladen zerbrechen am Ende in einer Wand aus Noise. Die manchmal beinahe elektronisch anmutende Rhythmik des Schlagzeugs, wandelt sich von federleicht zu tonnenschwer. Melodien der E-Gitarre winden sich wie mäandernde Flüsse und die häufig eingesetzten Lapsteel-Gitarren evozieren eher selten eine Alt.Country-Romantik, sondern flechten stattdessen flirrende, abstrakte Netze.

Das Resultat ist ein selbstbewusstes künstlerisches Statement, ein international anmutendes Album, das man nicht ohne weiteres auf wenige Worte reduzieren kann.

Die Wucht und Dynamik der Live-Auftritte wird durch die Aufnahme in den Hotel Albert Studios der Dresdner Band Polarkreis 18 und das Mastering von Doug van Sloun (Omaha/Nebraska, u.a. Bright Eyes, Cursive) eingefangen. Soviel zu den Neuerungen. Für Kontinuität sorgt dagegen das bewährte Mixing von Christian “Wuschi” Ebert (The Robocop Kraus, Hidalgo, Missouri). Verziert wird auch dieses Album durch Markus Altmann am Cello und zwei Mitglieder der Oederaner Blasmusikanten, die die Bläser-Arrangements von Ludwig Bauer intonieren.

Die Texte sind im Vergleich zum Vorgängeralbum direkt und drastisch ausgefallen. Befasst mit der Topografie einer zerbrechenden Beziehung, gebettet in eine eng gesteckte Metaphorik maritimer Bilder und Themen. Manchmal wirken sie wie Schlaglichter, die einzelne Szenen einer Liebe beleuchten. A Heart Of A Pro ist dabei nie kühle Analyse und (zumindest nie willentlich) verklärter Blick zurück, sondern stets ein Ringen, Hadern und Sehnen mitten im verworrenen, dunklen Herzen der Misere. „Caught in the undertow of mistakes“ heißt es im Titeltrack und es dauert an bis sich mit „00:00“ das wunderschöne letzte Lied aus einem Dickicht von analogem Hall und knirschenden Becken schält und der Protagonist in die nebelige Nacht hinaus rudert.